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von Heinz Bauer |
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Seit April 1999 beschäftige ich mich mit der Herstellung von Pfeifen aus Bruyere, dem Wurzelholz des mediterranen Erika-Baumes. Mir steht eine kleine Hobbywerkstatt mit Werkzeug, wie es in fast jedem Haushalt vorzufinden ist, zur Verfügung: Bohrmaschine mit Schleif- und Polierscheiben, Bohrständer, Feilen, Raspel, ein kleiner Schraubstock und seit kurzem ein kleiner Bandschleifer.
So entstanden bisher 21 Pfeifen für den eigenen Gebrauch, die Sie auf der Seite Henry-Galerie sehen können. Ich erhebe keinen "künstlerischen" Anspruch, will aber nicht verhehlen, dass mir das Gestalten viel Spaß macht.
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| vorgebohrter Plateublock mit eingepasstem Mundstück-Rohling aus Ebonit und 9mm Filterkammer. | ungebohrter Bruyere-Block ohne jede Bohrung aus dem Inneren der Bruyere-Knolle. Aus ihm entstand die "Henry18" | ungebohrter Plateublock. Er lässt eine schöne Maserung erwarten. Reinheit, Fehlerlosigkeit und Gleichmäßigkeit der Maserung lassen sich nicht vorhersehen. |
Kantelen, "Hobby-Blöcke", gibt es in fast jedem Pfeifenladen. Sie sind mit allen nötigen Bohrungen versehen: Kopfbohrung, Rauchkanal und Bohrung für den Mundstückzapfen. Ihre Qualität ist sehr unterschiedlich, doch gravierende Fehler seltener, als man einem Glauben machen möchte. Meist sind sie aus dem Inneren der Bruyere-Knolle geschnitten. Reine "straight grains" sind dabei nicht zu erwarten. Sie kosten zwischen 30,-- und 50,-- DM.
Blöcke aus dem begehrten Plateauholz erhielt ich bei DAN PIPE, jetzt Lauenburg, aus denen sich auch Pfeifen mit reiner straight grain - Maserung fertigen lassen. Dort sind auch Blöcke ohne Bohrung zu erhalten, die erheblich mehr Gestaltungfreiheit ermöglichen, sowie alles nötige Zubehör.
Anmerkung: Diese Aussage muss ich heute revidieren: Absolut reine straight grains sind tatsächlich äußerst selten! Im letzten Jahr nahm ich von Elba eine ganze Bruyereknolle von der Größe eines Gymnastikballes mit. Er war mit größeren und kleineren Einschlüssen vollkommen durchsetzt, so dass es kaum möglich war, auch nur ein Pfeifchen daraus zu fertigen! Seither schätze ich die Kunst des Coupeurs noch mehr, der uns die herrlichen Ebauchons liefert. Und begegne jeder Pfeife - gleich ob aus eigener Fertigung, vom Pfeifenkünstler oder aus der Manufaktur - mit noch mehr Respekt.
zersägter Bruyereblock von Elba

Zunächst sichte ich den Block und übertrage seine Umrisse auf das Papier. Auch die Bohrungen werden auf die Zeichnung übertragen. Verschiedene Formen werden nun entworfen. Dabei stehen bei mir - ausgehend vom vorhandenen Block - Funktionalität, "Handsamkeit", und (persönliches) Schönheitsempfinden im Vordergrund.
Ich bevorzuge Pfeifenformen, die im Bodenbereich möglichst dickwandig sind, da hier m.E. die Problemzone liegt.
Ist die Entscheidung für eine Form gefallen, wird die Zeichnung auf den Block übertragen. Auch die Bohrungen werden aufgezeichnet, um sie bei der Bearbeitung berücksichtigen zu können.

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Am Holmansatz wird mit einem 6er Bohrer ein Loch gebohrt (roter Pfeil). Das erleichtert die Bearbeitung an dieser schwierigen Stelle erheblich. Aber Abstand halten! Hier kam ich zu nah an die Bohrung, was die Bearbeitung erheblich erschwerte (roter Pfeil).Größere Stücke werden abgesägt. Genaueres Arbeiten erlaubt die Entfernung mit der Schleifscheibe. Das gibt aber sehr viel Schleifstaub.
Nun wird die Pfeife an der Schleifscheibe mit 80er Korn bearbeitet. Besondere Aufmerksamkeit ist dabei dem Übergang vom Holm zum Pfeifenkopf zu schenken. Das Mundstück steckt während dieser ganzen Arbeit im Holm. Ein leichtes Anschleifen ist nicht tragisch, da es ohnedies noch bearbeitet wird.

Nun stecke ich in die Kopfbohrung ein konisch angeschliffenes Rundholz und spanne dies in den Schraubstock, bzw. die Werkbank. Der Pfeifenkopf wird jetzt mit Feilen und schmalen Streifen Schleifpapiers geschliffen. Formfehler und Unregelmäßigkeiten können ausgeglichen werden. Diese Arbeit ist sehr zeitaufwendig, da sie sehr sorgfältig ausgeführt werden muss. Nachlässigkeiten treten oft erst bei der letzten Oberflächenbehandlung zutage. Der letzte Schliff erfolgt mit 600er Schleifpapier.
Dabei wird auch das Mundstück mit den gleichen Werkzeugen behandelt. Es erhält seine endgültige Form und wird dem Holm bündig angepasst.
weitere Bearbeitung:
Mundstück - Beize - Schutz und Glanz:
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Stand: 04.12.2006